Montessori in Kindergarten und Vorschule

  • Leichter lernen mit Montessori-Material.
  • Die perfekte Vorbereitung auf die Anforderungen der Grundschule.
  • Sachverhalte mit Freiarbeitsmaterial einfach erklären.
  • Von Mathematik über kosmische Erziehung und Schreiben lernen ist alles möglich.
  • Das Entwicklungsmaterial schafft die Grundlagen selbständigen Lernens.

Montessori Pädagogik im Kindergarten einführen

Braucht man ein Montessori-Diplom, um mit Montessori-Material im Kindergarten zu arbeiten?

Nein. Aber bevor der Aufschrei unter manchen Montessorianern zu groß wird: Natürlich ist das Absolvieren eines Diplom-Lehrganges von großem Vorteil und das absolute Optimum, da hier der Einblick in die Pädagogik und Didaktik am umfassendsten ist. Durch den Austausch mit Dozenten und anderen Teilnehmern erhält man hier zudem unzählige wertvolle Praxistipps und Hilfestellung. Aber: für einen Einstieg in die Arbeit mit Montessorimaterial wird das Diplom nicht zwingend notwendig sein. Es gibt mittlerweile viele sehr gute Bücher zur Montessori-Pädagogik, die sowohl die Verwendung der Materialien detailliert erklären als auch die theoretischen Grundlagen der Pädagogik leicht verständlich aufbereiten. Viele Materialien sind zudem – vor allem für pädagogisches Personal – nahezu selbsterklärend. Interesse für das Thema und die Bereitschaft sich damit auseinanderzusetzen sind also erstmal ausreichend. Lieber erstmal klein anfangen und sich dann immer weiterentwickeln, als es gar nicht zu machen, weil man die Hürden scheut oder zuviel Angst hat, es nicht gleich perfekt umsetzen zu können. Also: Nur nicht abschrecken lassen.

 

Welche Montessori-Materialien werden im Kindergarten und der Vorschule verwendet?

Vor allem Lernmaterial aus den Bereichen Sinne, Übungen des täglichen Lebens und Übungen der Stille. Aber auch aus den bereichen Sprache und Mathematik finden sich zahlreiche Materialien, wie z.B. die Sandpapierbuchstaben, das bewegliche Alphabet, der Spindelkasten oder die Numerischen Stangen.

 

Wie finde ich das passende Montessori-Kinderhaus in meiner Nähe?

Zuallererst kann man sich natürlich im Familien-, Bekannten- und Freundeskreis bzw. der Spielgruppe oder dem Mütterstammtisch umhören. Dann kann noch die eine oder andere Internetsuchmaschine herangezogen werden und auf jeden Fall sollte man sich persönlich vor Ort selbst ein Bild von den entsprechenden Einrichtungen machen, z.B. bei einem Tag der offenen Tür.

 

Ab welchem Alter finden die Freiarbeismaterialien Einzug im Kindergarten?

Von Anfang an.

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Regel-Kindergarten und einem Montessori-Kindergarten?

Der Unterschied, der sofort jedem Besucher einer Montessori-Einrichtung auffällt, ist natürlich das Montessori-Material. Dieses hat in der Regel (und im Unterschied zu vielen herkömmlichen Spielen/Lernspielen) den großen Vorteil der Möglichkeit zur Selbstkontrolle. Das bedeutet, dem Kind ist es möglich, seine Arbeit selbst auf Richtigkeit zu prüfen und eventuell gemachte Fehler selbst zu erkennen und zu korrigieren. Fehler zu machen und selbst zu verbessern (ohne tatsächliche oder nur gefühlte Bewertung durch andere) bedeutet selbstständiges Lernen. Es erhält die Lernfreude und ermöglicht so die ganz natürliche Weiterentwicklung der Kinder. Aber unabhängig davon gibt es noch viele weitere Merkmale, die einen guten Montessori-Kindergarten ausmachen:

  • Selbstständigkeit: Größtmöglicher Wert wird auf die Hinführung und Förderung der stetig wachsenden Eigenständigkeit der Kinder gelegt. Sie werden befähigt, mehr und mehr unabhängig von der Hilfe anderer zu werden und so viel (individuell kindgerechte) Selbstständigkeit wie möglich zu erlangen.
  • Sensible Phasen - Lernen aus eigenem Antrieb heraus: Es gibt verschiedene Zeitfenster, während dieser sich Kinder mit einer ganz natürlichen Wissbegierigkeit neue Fertigkeiten aneignen oder Dinge lernen. Wird das Interesse während dieser Zeit gefördert, geschieht Lernen schnell und leicht, quasi nebenbei. Aufgabe des pädagogischen Personals ist es, die Kinder gut zu beobachten, um diese Phasen abzupassen und dem Kind dann entsprechend passendes Material anbieten zu können.
  • Freiarbeit: Das Kind entscheidet, mit was, mit wem, wo und wie lange es sich mit einem Material beschäftigen möchte. Natürlich kann dem Kind von den Pädagogen auch Material vorgestellt werden, allerdings entscheidet das Kind, ob es passt oder nicht.
  • Vorbereitete Umgebung: Hierzu gehört die Haltung des Pädagogischen Teams, der Raum (Kindergartengruppenraum) und das Material. Alles ist auf die Entwicklungsbedürfnisse der Kinder ausgelegt. Nur durch eine Vorbereitete Umgebung wird Freiarbeit und selbstständiges Lernen auch tatsächlich möglich.

 

Was sind die Vorteile eines Montessori-Kindergartens?

Im Prinzip alle o.g. Punkte, die den Unterschied zum Regel-Kindergarten ausmachen. Grob zusammengefasst: hier wird den Kindern zu größtmöglicher Eigenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein verholfen.

 

Tipps und Tricks zur Montessori-Pädagogik im Kindergarten!

  • Montessori im Kindergarten lebt auch von eigenen Ideen! Man darf ein Material auch mal anders einsetzen, als ursprünglich gedacht.
  • Montessori lässt sich ganz einfach in viele pädagogische Kozepte integrieren.
  • Um in der Aufbauzeit das Budget zu schonen, können viele Dinge erstmal selbst hergestellt werden: Verschlüsse üben an ausgedienten Kleidungsstücken, Geräuschdosen lassen sich aus Filmdöschen oder anderen Dosen selbst herstellen. Evtl. finden sich Eltern, die mit ein bisschen handwerklichem Geschick die roten oder numerischen Stangen aus vorhandenem Restholz herstellen können.
  • Aus selbigem Grund sollten auch nur Materialien angeschafft werden, deren Funktion allen Mitarbeitern klar ist, sodass deren Anwendung den Kindern auch gezeigt und erklärt werden kann. Das schönste Material nützt nichts (und sorgt in diesem Fall dann für unnötige Ausgaben), wenn es nur im Regal vor sich hin verstaubt, weil niemand weiß, wozu es gut ist und wie man damit eigentlich arbeitet.
  • Montessori-Pädagogik bedeutet ja nicht nur Material in den Gruppenraum zu stellen, sondern beschreibt auch eine bestimmte Haltung gegenüber den Kindern. Eine wertschätzende Haltung, Pädagogen, die sich als Lern-/Entwicklungsbegleiter verstehen und die genaue Beobachtung der Kinder, um zur richtigen Zeit das richtige Material anbieten zu können.